Albrecht Walther ist als Architekt ein Fachmann, wenn es um das Wohnen im Alter geht. In seinem Vortrag stellte er verschiedene bereits erprobte Konzepte vor. Für einen interessanten Vortrag dankte Volker Hecht und Wolfgang Spierer dem Referenten, ebenso dem Koordinator auf Seiten des Bildungswerks Kommunalpolitik Bayern e.V.

11.02.2020
Vortrag zum demografischen Wandel

„Wohnen im Alter“ ist ein Thema, das jeden früher oder später betreffen wird. Sei es als Betroffener oder als Angehöriger. Doch eines ist sicher: Schon früh sollte man sich daher Gedanken über die künftige Situation und auch alternative Wohnkonzepte zu machen. Dazu gab der Vortrag „Leben und Wohnen im Alter“ des Architekts Albrecht Walther einige Impulse, welcher in Zusammenarbeit mit dem Bildungswerk Kommunalpolitik Bayern e.V. (BKB) angeboten wurde.

Der Koordinator auf Seiten des BKB, Harald Portele, freute sich über die große Teilnehmerzahl und das Interesse, welches das Thema geweckt habe. Auch Volker Hecht, Vorsitzender der Freien Wähler als Ausrichter der Veranstaltung begrüßte die Interessenten und wies auf die Wichtigkeit des Themas vor dem Hintergrund des demographischen Wandels hin. Insbesondere galt sein Gruß dem Gemeinderatskollegen Wolfgang Spierer und dem Bürgermeister Thomas Schwarzfischer.

Zu Beginn stellte der erfahrene Architekt Albrecht Walther in seinem Vortrag an, dass sich die Architektur an die veränderten Lebensstile und Lebenssituationen anpassen müsse. Aktuell leben die meisten der Zeller, als Sinnbild für die Landbevölkerung allgemein, in Einfamilienhäusern. In Zukunft müsse in vielen Fällen der Schritt vom Einfamilienhaus hin zum Gemeinschaftswohnen gemacht werden.

Unter diesem Schlagwort stellte Albrecht Walther verschiedene Wohnkonzepte vor, welche allesamt bereits verwirklicht sind. In kleinen Appartements haben Menschen in Gemeinschaftshäusern einen Rückzugsort, doch das Leben in der Gemeinschaft, insbesondere für ältere Personen, spielt sich in großzügigen Gemeinschaftsflächen. Als ähnliches Konzept, besonders am Land, sei das „Co-Housing“ denkbar, bei dem die Mitglieder einer großen Baugruppe zwar eigene, zusammenstehende Häuser hätten, jedoch miteinander teilen und gemeinsam wirtschaften.  Solche Konzepte stehen als Alternativen zu bekannten Wohnkonzepten im Alter, wie dem betreuten Wohnen oder dem Leben in eigenen Haus unter medizinischer Unterstützung oder mit Angehörigen. Zum Klassiker unter den „Alterssitzen“ gehört auch das barrierefrei umgebaute Haus, der Fachmann empfielt jedoch, gleich zukunftsorientiert zu bauen.

Immer öfter ist auch von einem „Häusertausch“ die Rede, wenn ältere Menschen ihre großen Häuser für Familien tauschen, welche aktuell Platzbedarf hätten. Wer Platz hat, könne sich nach der Hausübergabe auch einen eigenen „Altenteil-Bungalow“ errichten, der nur wenig Fläche benötige aber trotzdem Rückzugsraum für jede Generation schaffe.

Für das Leben im Alter müsse jeder aus einer Vielzahl an Konzepten seinen eigenen Weg finden und hierfür selbst die Initiative ergreifen. Als Anhaltspunkt, ab wann man sich rund um das „Leben und Wohnen“ im Alter Gedanken machen sollte, nannte der Referent die Altersmarke von 50 Jahren.

Zum Ende des ausführlichen Vortrags zog Gemeinderat Wolfgang Spierer, der als Berufsbetreuer mit dem Thema „Wohnen im Alter“ ebenso beruflich befasst ist, Bilanz: Aus vielen vorgestellten Konzepten muss ein jeder wissen, was für die eigene Lebenssituation und den eigenen Charakter die richtige Lebensform im Alter ist. Dafür hat jeder eine individuelle Entscheidung zu treffen, für welche es auch zahlreiche behördliche Hilfestellungen, beispielsweise am Landratsamt gibt.

Im Rahmen der Veranstaltung nutzten die Anwesenden auch die Gelegenheit zur Diskussion. Für den interessanten Vortrag dankte Volker Hecht für die ausrichtenden  Freien Wähler mit einem kleinen Präsent, welches ebenso der Koordinator des BKB, Harald Portele aus den Händen des Vorsitzenden Volker Hecht erhielt.