Max Schmaderer aus Schorndorf war Hauptredner

26.02.2020
Politischer Aschermittwoch

Nicht nur in den großen Hallen schwingen CSU, SPD und Co. ihre Aschermittwochsreden: Wie jedes Jahr blickten die Freien Wähler im Landkreis Cham nach Zell, wo der politische Aschermittwoch politische Mandatsträger, starke Abordnungen von Ortsverbänden und viele politisch interessierte Bürger in den Saal der Schlossbrauerei Schwarzfischer lockte. Nicht nur leckere Fischgerichte, sondern insbesondere die nahende Kommunalwahl sorgte dafür, dass sich der Saal gut füllte und die vier Redner des Abends einem großen Publikum gegenübersaßen. Musikalisch Untermalt wurde die Veranstaltung durch eine Abordnung der Feuerwehrblaskapelle Zell.

Eine ganze Reihe von politischen Ehrengästen, Mandatsträgern und solche, die es mit der Kommunalwahl werden wollen, konnte der Ortsvorsitzende der Freien Wähler Zell, Volker Hecht, begrüßen.

In seiner Eröffnungsrede blickte Volker Hecht auf die politische Situation in Deutschland und fasste zusammen, dass die Bundesrepublik zahlreichen Herausforderungen gegenüberstehe. Zumindest auf der Gemeinde- und Landkreisebene können die Mandatsträger, die direkt aus der Bürgerschaft kommen, viel selbst gestalten und bewegen. Sein Dank gilt all den Kandidatinnen und Kandidaten, die mit ihrer Kandidatur die Bereitschaft erklären, sich für ihre Region zu engagieren.

In der Kommunalpolitik sieht Volker Hecht die Freien Wähler als Alternative zur etablierten CSU. Zwar verfügen die Freien Wähler über kein Bürgermeisteramt und keine Mehrheit im Zeller Gemeinderat mehr. Jedoch trägt die Gemeindepolitik seit 2014 dennoch deutlich die Handschrift der Freien Wähler Zell. Auf zahlreiche Aktivitäten zum Wohle der Bürger können die Freien Wähler aus Zell zurückblicken, sei dies die Anschaffung eines Defibrillators für die Ortschaft Zell oder regelmäßige Instandsetzungsarbeiten am Badeweiher Zell als eine beliebte Freizeiteinrichtung. Die Freien Wähler Zell wären nicht nur vor der Wahl ein Aktivposten in der Gemeindepolitik und der Zeller Vereinslandschaft, sondern stehen den Bürgerinnen und Bürgern auch sonst als Ansprechpartner für ihre Belange zur Seite.

Erklärtes Ziel der Freien Wähler sei es, dass sich alle Generationen im Ort aufgehoben fühlen: Für Kinder braucht es geeignete Freizeiteinrichtungen, für Eltern Kinderbetreuungsmöglichkeiten und attraktives Bauland und Senioren sollen möglichst lange in ihrem anvertrauten Umfeld leben können.

Kurz ließ er seinen Blick über die Kandidatenliste der Freien Wähler für den Zeller Gemeinderat schweifen. Eine Liste aus gesellschaftlich engagierten Menschen stehe dem Wähler zur Verfügung. Ein besonderes Augenmerk liegt bei den Frauen der Gemeinde: Seit 2014 gibt es im Zeller Gemeinderat keine Frau, was er als großes Problem ansieht. Stolz sei er darauf, dass die drei Freien-Wähler-Listen der Gemeinde etwa ein Drittel Frauenanteil aufweisen und sich die Freien Wähler darum engagieren wollen, dass im Zeller Gemeinderat die Frauen eine Stimme bekommen.

Mit Blick auf den Kreistag leitete Volker Hecht ein, dass der ehemalige Bürgermeister Gerhard Hecht der erste Kreismandatsträger ist, der die Gemeinde Zell in Cham vertritt. Zur Wahl stehen heuer auf der Kreistagsliste „Freie Christliche Wählergemeinscahft Sammlung der Mitte“ neben Gerhard Hecht auf Platz vier als weitere Kreistagskandidaten Volker Hecht auf Platz 8, Stefan Daschner auf Platz 37 und Heinrich Kuck auf Platz 38.

Als Aschermittwochsredner trat Kreisrat und Bürgermeister der Gemeinde Schorndorf, Max Schmaderer, das Rednerpult und skizzierte umfangreich die Kreistagspolitik der Freien Wähler. Der Landkreis Cham habe sich über die Jahre vom „Armenhaus“ Bayerns zu einer Wachstumsregion entwickelt. Zur erfolgreichen Entwicklung haben maßgeblich die Mandatsträger der Freien Wähler beigetragen. Heute kann sich der Landkreis über die modernste Berufsschule Bayerns freuen, die letztlich durch jahrelangen massiven Druck der Freien Wähler erst realisiert werden konnte. Die Freien Wähler werden weitere Investitionen in die Schullandschaft forcieren, denn Max Schmaderer ist sich sicher: Der äußere Rahmen des Lernens muss für eine gute Ausbildung stimmen. Und in der Schule fängt die Identifikation mit der Heimat an.

Insbesondere die Gesundheitsversorgung hat die Kreistagspolitik der letzten Jahre bewegt. Im Blick ist vor allem der Krankenhausstandort Roding. „Die Gesundheitspolitik des Bundes ist vernichtend für den ländlichen Raum“ resümierte Max Schmaderer und verwies auf Fallzahlen, wodurch die Gesundheit des Menschen zur Wirtschaftsware wird. Die SANA-Kliniken stehen unterdessen zu ihrer Verantwortung in Roding, allerdings ohne Garantie für den Fortbestand von stationären Betten.

Bei den guten Entwicklungen im Landkreis bleibt jedoch die Verkehrsinfrastruktur und Digitalisierung zu nennen, wo der Landkreis Cham noch weit abgehängt sei, so Max Schmaderer. Hier sind besonders die Freien Wähler gefordert, den Finger in die Wunde zu legen und Lösungen zu schaffen: Momentan steht der Landkreis ohne Autobahn oder zweigleisigem Schienennetz dar.

Auch die Energiewende, Klimaschutz sowie Land- und Forstwirtschaft stehen auf dem Programm der Kreis-Freien Wähler: Hier stehen die Freien Wähler für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur.

Den Rahmen des politischen Aschermittwochs nutzte auch der Landratskandidat der Freien Wähler, Julian Preidl, um sich der Versammlung vorzustellen und auf den Wahlkampfendspurt einzustellen.

Besonders lenkte er seinen Blick auf die Umweltpolitik. Er beobachtete, dass vor allem die CSU sich die letzte Zeit besonders umweltbewusst zeigt: „Die Lage ist harmonischer als in Rosamunde-Pilcher-Filmen“ meinte er mit Blick auf Wahlwerbung in der Natur. Als junger Mensch fühle er sich jedoch vom Landrat nicht abgeholt. Das Klima verändert sich rasant, was mit Blick auf die milden Wintermonate keine Überraschung mehr ist. Die Bürger haben die Veränderung verstanden und möchten auf alternative Energieträger setzen und dort sogar investieren. Aber amtierende Politiker würden auf Fragen oder Investitionswünsche der Bürger nicht reagieren. Als Beispiel nannte Preidl, selbst Erdgasautofahrer, die Erdgastankstellensituation im Landkreis: Der Erdgasantrieb ist umweltfreundlicher und kostengünster im Unterhalt, werde jedoch nicht genügend beworben, nicht einmal eine Erdgastankstelle könne der Landkreis vorweisen. Auch im Vergleich des Elektrotankstellennetzes zu anderen Landkreisen Ostbayerns müsse sich der Landkreis Cham schämen.

Während des Wahlkampfes war er immer wieder Bedenken von Bürgern wegen seines jungen Alters ausgesetzt. Dabei verwies er auf junge Unternehmensgründer, deren Firmen wichtige Arbeitgeber in der Region sind. Außerdem meinte er mit Blick zu den Politikstilen amtierender Politiker, dass 2020 Zeit für eine neue Generation von Politikern sei, die mit Ehrlichkeit, Bürgernähe und Innovationsgeist in das neue Jahrzehnt starten und nicht mit alten Verhaltensmustern aufwarten. Junge Menschen können heute mit modernen Techniken umgehen, gehen demonstrieren und lassen sich nicht mehr alles gefallen. Die Mischung aus allen Generationen und Ideen vereinen die Freien Wähler, die für eine bunte und starke politische Mitte stehen.

Nach schweren politischen Themen lockerte Hans Kraus den politischen Aschermittwoch mit seiner homuristischen Aschermittwochsrede auf: Einige politische Spitzen hatte der Kreisvorsitzende parat, die er in Reimform darbrachte. Mit Blick auf die Bundespolitik meinte er „D´Angela ist nicht mehr präsent, hat mit Annegret verkauft ihr letztes Hemd. Ihre Parteikollegen war´n stinkesauer, unausweichlich der Rücktritt von Kramp-Karrenbauer. Denn sie hat den schleudernden schwarzen Karren noch tiefer in den graben gefahren.“

Zum Landratswahlkampf fand Kraus einige Worte zu den Reibereien zwischen den Landratskandidaten: „Julian Preidl, der Politik studiert, nebenbei auch schon ne Firma führt, der kontert völlig unerschrocken – da haut´s dich fast von den Socken. Er spricht mit jugendlichem Elan vor allem junge Wähler an“

Auch schwor die Freien Wähler auf Einigkeit ein: „Ihr seht also, es rüht sich was im Landkreis Cham. Da kommt es diesmal auf jede Stimme an. Drum geht raus und verkündet auf den Straßen: Auf die Freien kann man sich verlassen“.

Für die Redner, die allesamt viel Applaus für ihre Reden vom Publikum ernteten, gab es von Volker Hecht ein Sechserpack Bierspezialitäten aus Zell als Stärkung für den andauernden Wahlkampf und als Motivation für den Endspurt.